🏗️ Was ist eigentlich im Detail am Hackerberg geplant?
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Umfang: Es sollen etwa 12 bis 13 Baugrundstücke für Einzel- und Doppelhäuser entstehen.
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Massive Bauhöhe: Geplant sind Gebäude mit einer sichtbaren Wandhöhe von bis zu 9 Metern im südlichen Bereich. Dies weicht stark von der bisherigen Umgebungsbebauung ab, die teilweise auf 3 Meter begrenzt ist.
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Hohe Dichte: Durch eine Grundflächenzahl (GRZ) von bis zu 0,6 wird eine sehr dichte Bebauung angestrebt, um das Maximum an Wohnraum aus der Fläche zu holen.
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Erschließung: Die Zufahrt und Ausfahrt erfolgt über den schmalen Hackerbergweg/Galgenrainweg, der in die Atzelsberger Straße mündet
⚠️ Was ist problematisch an dieser Planung?
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Explodierende Erschließungskosten: Die Schätzung von ca. 600.000 EUR für Kanalsanierung und Rückhaltebecken ist veraltet. Laut Gemeinderat werden die tatsächlichen Kosten diesen Betrag „bei weitem übersteigen“, was zu einer unkalkulierbaren finanziellen Belastung führt, die anteilig von den Bürgern getragen werden muss.
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Gefährliche Verkehrssituation: Die geplante Zufahrt über den Hackerbergweg ist mit nur 4,50 m Breite zu schmal für sicheren Begegnungsverkehr. Es fehlen Geh- und Radwege, was insbesondere für Schulkinder und Rettungsfahrzeuge ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
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Ungelöste Entwässerung: Das Kanalnetz ist bereits jetzt hydraulisch überlastet. Die geplante Einleitung von Regenwasser in das Mischsystem birgt bei Starkregen erhebliche Überflutungsrisiken für die tieferliegenden Bestandsanwohner.
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Massive Bebauung : Mit geplanten Wandhöhen von bis zu 9,5 Metern sprengt das Baugebiet den dörflichen Charakter. In der unmittelbaren Nachbarschaft sind bisher nur Höhen von etwa 3 Metern zulässig, wodurch die neuen Bauten wie eine Wand wirken würden.
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Intransparentes Verfahren: Wir bemängeln, dass wesentliche Verhandlungen in nichtöffentlichen Sitzungen stattfanden und die Bürgerbeteiligung nur formelhaft abgehandelt wurde.
💰 Wer profitiert eigentlich von der Planung?
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Die privaten Eigentümer: Das ist der kritischste Punkt. Die Gemeinde besitzt nur etwa 40 % der Flächen. Die restlichen 60 % gehören Privatpersonen. Durch die Umwandlung von landwirtschaftlicher Fläche in Bauland erfahren diese Grundstücke eine enorme Wertsteigerung. Die Erschließungskosten für diese privaten Gewinne trägt jedoch zu einem großen Teil die Allgemeinheit. 📈
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Das offizielle Argument: Die Gemeinde behauptet, junge Familien zu fördern. Doch kritische Stimmen und die vorliegenden Daten zeigen: Solange über 2,2 Hektar im Innenort ungenutzt bleiben, dient der Hackerberg eher dem privaten Gewinn und Interesse als einer nachhaltigen Dorfentwicklung. 🛑
🛑 Was ist aktuell am Hackerberg los?
Die Gemeinde Marloffstein treibt die Planungen für das Baugebiet „Hackerberg“ massiv voran, obwohl der Gemeinderat am 11.12.2025 einräumen musste, dass die bisherigen Kostenschätzungen für die Infrastruktur veraltet sind und die tatsächlichen Kosten den Millionenbetrag „bei weitem übersteigen“ werden. Trotz mehrerer fundierter Einsprüche aus der Bürgerschaft hielt der Gemeinderat an seinem Kurs fest und hat die Einwände weitgehend abgelehnt
❓ Warum reicht ein einfacher Einspruch nicht mehr aus?
In der Abwägung vom Dezember 2025 hat die Gemeinde gezeigt, dass sie fachliche Bedenken – etwa zum Artenschutz, zur Verkehrssicherheit oder zum Wasserhaushalt – als „beachtet“ oder „unbegründet“ abtut, ohne echte Lösungen zu präsentieren. Da die Argumente der Bürger im Rathaus kein Gehör finden, ist das Bürgerbegehren nun das einzige rechtliche Mittel, um den Planungsstopp direkt durch die Wähler zu fordern.
🏚️ Gibt es wirklich keinen Platz für junge Familien im Ort?
Das ist ein Vorwand. Die Gemeinde behauptet, es gäbe keine innerörtlichen Flächen. Fakt ist jedoch: Allein im Hauptort stehen über 2,2 Hektar bebaubare Flächen ungenutzt bereit, und im Ortskern verfallen Gebäude wie das Schloss, während am Ortsrand wertvolle Natur versiegelt werden soll. Wir fordern: Innenentwicklung vor teurer Außenversiegelung!
💰 Wer zahlt am Ende für den Hackerberg?
Wir alle. Die Erschließungskosten für Kanalisation und Regenrückhaltebecken wurden 2024 auf mehrere Hundertausend Euro geschätzt, sind aber laut Gemeinderat schon längst überholt. Da diese Kosten als „unvermeidliche Sanierung“ deklariert werden, droht eine massive finanzielle Belastung für alle Gemeindemitglieder durch Umlagen, nur um ein Projekt für wenige Neubürger zu realisieren.
🗳️ Wann wird gewählt?
Der Termin für den Bürgerentscheid zum Baugebiet Hackerberg ist am 19. April 2026. An diesem Tag entscheiden die Bürgerinnen und Bürger direkt an der Wahlurne darüber, ob die Planungen für das Baugebiet endgültig eingestellt werden sollen.
👥 Wer darf wählen?
Stimmberechtigt sind alle Gemeindebürgerinnen und -bürger aus allen vier Ortsteilen Marloffsteins (Marloffstein, Adlitz, Atzelsberg und Rathsberg), die:
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am Tag der Abstimmung das 18. Lebensjahr vollendet haben,
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die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaates besitzen,
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und seit mindestens zwei Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde Marloffstein haben.
🗳️ Wie lautet die offizielle Frage beim Bürgerentscheid?
Die Frage auf dem Stimmzettel am 19. April lautet:
„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde die Planungen für das Baugebiet „Hackerberg“ einstellt?“
✍️ Wie muss ich abstimmen, wenn ich gegen das Baugebiet bin?
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Wenn Sie den Hackerberg bewahren und das Bauprojekt stoppen wollen, müssen Sie mit „JA“ stimmen.
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Eine „Ja“-Stimme bedeutet: Ja zum Planungsstopp und Ja zum Erhalt der Naturflächen und des Dorfcharakters